Gesetzliche Anforderungen

Ich habe vor, auf dieser Seite immer wieder die aktuellen gesetzlichen Anforderungen zu publizieren. Ob mir das gelingt ist vor allem eine Frage eurer Mithilfe! Schreibt mir doch, wenn ihr über den aktuellen Stand der gesetzlichen Anforderungen in eurem Kanton oder eurem Bundesland Bescheid wisst!

Die Schweiz:

Theoretisch ist der private Unterricht in der Schweizer Verfassung verankert. In der Schweiz besteht Bildungspflicht, nicht Schulpflicht. Trotzdem wird die Bewilligung des privaten Unterrichts in jedem Kanton anders gehandhabt. Nur weil es bestimmte Anforderungen gibt, die vielleicht auf den ersten Blick etwas verwirrend tönen, heisst das nicht, dass es schwierig ist, sie einzuhalten.

Ganz einfach gesagt, muss jede homeschoolende Familie in der Schweiz den offiziellen Lehrplan des Kantons einhalten. Wie in einem Brief der Erziehungsdirektion des Kantons Bern vom 17. Mai 2018 steht: „Der Staat, in unserem Fall die Schulinspektorate, sind verantwortlich dafür, dass die Kinder einen Unterricht erhalten, der einen Wechsel in die Volksschule jederzeit möglich macht. Das gemeinsame Interesse von Eltern und dem Staat ist somit die gute Qualität des Unterrichts.“

Es gibt örtliche, kantonale und auch nationale Vereine, die dafür da sind, dir zu helfen, das Gesetz zu verstehen und korrekt umzusetzen. Auch diese möchte ich in nächster Zukunft auf dieser Website verlinken. Allen voran empfehle ich sehr, dem Verein  Bildung zu Hause beizutreten und ihre Website durchzustöbern.

Kantone, in denen der Privatunterricht ohne Lehrpatent möglich ist:

  1. Kanton Bern: Für die Bewilligung des Privatunterrichts benötigen die Eltern zuerst eine pädagogisch ausgebildete Person, die sie anleitet, sofern die Eltern nicht selber über eine pädagogische Ausbildung verfügen. Aus dem Merkblatt zur Bewilligung von privater Schulung, gültig ab 1. Mai 2018: „Die regionalen Schulinspektorate stehen den Gesuchsstellenden vor einer Gesuchseinreichung gerne beratend zur Verfügung. Eine vorgängige Kontaktaufnahme mit dem Schulinspektorat erleichtert das Bewilligungsverfahren.“ Das heisst konkret, dass ihr eurem regionalen Schulinspektor anruft und erklärt, dass ihr eure Kinder gerne privat unterrichten möchtet. Das Sekretariat wird euch dann das nötige Bewilligungsformular zuschicken, welches ihr ausgefüllt mitsamt einer Kopie des Lehrerpatents eurer Begleitperson (oder euer eigenes Lehrerpatent) zurückschickt. Manche Inspektoren verlangen neu auch eine Erklärung der anleitenden Lehrperson, welches ihr auch ans Inspektorat schicken müsst. Danach werdet ihr die Bewilligung vom Inspektorat erhalten. Jetzt ist es wichtig, dass ihr innerhalb von zwei Wochen der örtlichen Schulkommission (neu mit Kopie ans Schulinspektorat) meldet, dass ihr ab jetzt eure Kinder zu Hause unterrichtet (Name, Vorname des Kindes/der Kinder, Geburtsdatum und Schuljahr). Diese Meldung muss jährlich bis Ende Juni geschickt werden. Die Bewilligung muss aber nicht jährlich neu beantragt werden. Bis am 31. Mai muss dann jeweils ein Bericht über die erarbeiteten Kompetenzen, erreichten Ziele, der Förderung und Umsetzung der überfachlichen Kompetenzen, die verwendeten Lehrmittel und evtl. den Besuch von Ergänzungsschulen, unterschrieben von der anleitenden Person und von den Eltern, an den zuständigen Inspektor geschickt werden. Der Schulinspektor besucht die Homeschool-Familie alle ein bis drei Jahre. Prüfungen sind nicht vorgesehen, können aber im Rahmen des Inspektorbesuchs informell gemacht werden. Diese sind Informationen unterscheiden sich etwas, je nach Inspektor bzw. Inspektorin. Manche InspektorInnen im Kt. Bern verlangen z.B. eine detaillierte Jahresplanung mit Stundenplan, andere wiederum nicht. Hier noch die offizielle Seite zur privaten Schulung.
  2. Kanton Aargau: Hier sind die neusten Regeln des Kantons Aargau und hier ein aktueller Artikel von der Aargauer Zeitung über die Homeschooling Regeln im Kanton
  3. Kanton Appenzell Ausserrhoden: Hier sind die offiziellen Angaben, inkl. Antragsformular.
  4. Kanton Zürich: Grundsätzlich darf man im Kt. Zürich nur ein Jahr ohne Lehrpatent zu Hause unterrichten. Danach braucht man eine private Lehrperson. Hier findet ihr verschiedene offizielle Informationen zum Thema Privatunterricht im Kanton Zürich, inkl. Anmeldeformular und hier ist die offizielle Regelung
  5. Kanton Waadt
  6. Kanton Genf
  7. Kanton Neuenburg
  8. Kanton Jura

Kantone, in denen der Privatunterricht mit Lehrpatent möglich ist:

  1. Kanton Zürich (siehe auch oben)
  2. Kanton Wallis: (Da bin ich mir nicht mehr sicher. Es hat sich da glaube ich etwas zum Negativen geändert.)
  3. Kanton Thurgau: Hier ist die offizielle Seite der Behörde mit den Richtlinien.
  4. Kanton Appenzell Innerrhoden
  5. Kanton Glarus
  6. Kanton Graubünden
  7. Kanton Luzern: Hier ist die offizielle Seite der Behörde, inkl. Merkblatt für das Gesuch.
  8. Kanton St. Gallen
  9. Kanton Solothurn: Es gibt auch vereinzelt Personen, die mit grossen Schwierigkeiten ohne Lehrpatent zu Hause unterrichten. Ist also möglich, aber nur mit erheblichem Aufwand. Hier ist die offizielle Seite der Behörde, inkl. Merkblatt.
  10. Kanton Schwyz: Auch im Kanton Schwyz scheint es (zumindest theoretisch) möglich zu sein. Der schriftliche Antrag muss aber mindestens ein halbes Jahr vor Beginn des Privatunterrichts bei den Behörden eingerecht werden. Hier sind die Weisungen.
  11. Kanton Basel-Land: Hier ist die offizielle Seite der Behörde, inkl. Gesuch.
  12. Kanton Freiburg

Kantone, in denen der Privatunterricht leider praktisch unmöglich ist:

  1. Kanton Uri: Hier ist die Vernehmlassung der Behörden vom Jahr 2017. Schade, kamen die Behörden zum folgenden, gänzlich unüberlegten Schluss: „Homeschooling ist potenziell verbunden mit einer starken Gefährdung der Chancengerechtigkeit und mit weiteren Problemlagen bei der Förderung der Kinder.“
  2. Kanton Tessin
  3. Kanton Obwalden: Hier ist die offizielle Seite der Behörde, inkl. Handreichung.
  4. Kanton Nidwalden
  5. Kanton Schaffhausen
  6. Kanton Basel-Stadt: Gemäss den Behörden ist der Privatunterricht nur in Ausnahmefällen möglich.

Auf ihrer Website hat Mary Mattiolo auch schon viel über die Gesetzesvorlagen recherchiert.

Auch das Magazin Wir Eltern haben vor einigen Jahren mal über die Bestimmungen in jedem Kanton berichtet, aber da stimmt wohl nicht mehr alles.

Deutschland

Soweit ich weiss ist Homeschooling offiziell gar nicht erlaubt in Deutschland. Es gibt aber trotzdem gewisse mutige Freilerner. Und wiederum andere erwägen, in die Schweiz oder nach Österreich zu ziehen, um ihre Kinder zu Hause zu unterrichten.

Österreich

Möchte mir jemand erzählen, wie es in Österreich aktuell aussieht?

Eine Seite in Bearbeitung! Bitte sagt mir, wie es bei euch ist, dort wo ihr wohnt!