Lange ist es her, seit ich das letzte Mal hier im Blog einen Beitrag gepostet habe – ganze drei Monate! Das bedeutet, dass die dreimonatige Probezeit in der Lehre von Yanis vorbei ist. Zeit also, euch ein Update zu geben!

Drei Monate Lehrzeit
Kaum zu glauben, dass die ersten drei Monate in der Lehre von Yanis schon vorbei sind. Anfang November bekamen wir einen Brief von seinem Lehrmeister, in welchem stand, dass er seine Probezeit bestanden hat und dass er den Einstieg in die Lehre und die neue Herausforderung gut gemeistert hat. Er hat die Erwartungen seiner Lehrmeister übertroffen und sie sind sehr zufrieden mit ihm. Das freut ihn und uns natürlich sehr!
Yanis ist in seiner Lehre voller Elan und Motivation dabei. Er liebt vor allem die drei Tage im Lehrbetrieb. Da er in Sachen Informatik schon weit voraus war, wussten wir nicht, wie sich das im ersten Lehrjahr entwickeln würde. Jedoch haben wir gemerkt, dass seine Lehrmeister ihm Spielraum geben, an eigene Projekte zu arbeiten, wenn er mit den offiziellen Arbeiten bereits fertig ist. Auch hilft und unterstützt er gerne seine Mitlernenden, wenn sie nicht weiterkommen oder Fragen haben.
In der Berufsschule kommt Yanis auch sehr gut mit. Obwohl er vor Mitte August dieses Jahres noch nie die Schulbank gedrückt hatte, gehört er nun zu den Klassenbesten. Nur Spass macht ihm die Berufsschule leider nicht besonders. Vor kurzem sagte er mir, dass er den schulischen Teil seiner Lehre viel lieber im Homeschooling absolvieren würde. Er gibt sich aber nach wie vor grosse Mühe, investiert viele Stunden in Präsentationen und ist dann aber enttäuscht, wenn es wegen unmotivierten Gruppenkameraden doch nicht für die erwartete Note reicht. Und obwohl ihm der Sportunterricht Spass macht, versteht er nicht, warum er nicht etwas früher gehen darf, damit er es rechtzeitig in sein Tischtennistraining schafft. Solche sture Regeln und schwierige Merkmale des Schulsystems verderben ihm und den meisten seiner MitschülerInnen den Spass und die Motivation am Lernen – und dies bereits nach drei Monaten Berufsschule. Schade!
Alles in allem sind wir aber sehr zufrieden und auch stolz auf Yanis, wie er den Übertritt vom Homeschooling in die Berufslehre problemlos geschafft hat. Es zeigt einmal mehr, dass Homeschooling durchaus eine erfolgreiche Alternative zum Schulsystem ist!
Drei Monate High School und Universität
Olivia ist auch bereits seit drei Monaten auf ihrem besonderen Weg unterwegs. Wie bereits hier erklärt, ist Olivia nach einem Jahr in der Schule für Gestaltung wieder zurück im „Homeschooling“ und arbeitet zurzeit fleissig an High School Geometrie, Biologie und amerikanische Geschichte. Es ist sehr viel Arbeit und auch recht herausfordernd. Die online High School ist auf einem viel höheren Niveau als ich es mir von meiner Zeit als Austauschschülerin in Kalifornien erinnern kann. Sie schreibt viele Quiz, Tests, Prüfungen und Arbeiten. Alles, was sie abgibt, wird benotet. Dies war am Anfang eine grosse Herausforderung für sie mit ihrer Prüfungsangst, aber mittlerweile hat sie sich ziemlich daran gewöhnt, und ich glaube, die vielen Überprüfungen und Noten wirken fast wie eine Heilungstherapie für sie.

Sie ist nun auch bereits schon in ihrem zweiten Unikurs (English 101). Alle Unikurse, die sie belegt, zählen sowohl für ihren High School Abschluss als auch bereits für ihr Bachelorstudium. Die Unikurse sind ganz anders als die High School Kurse, aber nicht unbedingt schwieriger. Sie sind kürzer, dafür intensiver, aber es ist auch schön, wenn man weiss, dass der Kurs dann mal wieder vorbei ist und nicht monatelang weiterzieht, wie die High School Kurse. Zurzeit schreibt sie eine Recherche-Arbeit über „Wie können die Risiken der Cyberkriminalität verringert werden“ und recherchiert für zwei Arbeiten zu den Themen Genetik und Künstliche Intelligenz – ganz schön happige Themen! Natürlich braucht sie da meine Hilfe jetzt schon noch, da solche Arbeiten und alles, was dazu gehört (Recherche, Zitierungen, Format, Sprachgebrauch, usw.) noch neu ist für sie. Sie ist auf einer unglaublich steilen Lernkurve, was nicht immer einfach ist, sie jedoch hervorragend für das Studium vorbereitet. Sie hat nach wie vor vor, ihren Bachelor in Grafikdesign online zu machen und kann dies dank den Unikursen, die sie bereits jetzt belegt, wohl in ca. 2 1/2, statt 4 Jahren, schaffen.
Dies also als dreimonatiges Update von uns. Wenn jemand sonst noch Ideen zu Themen für weitere Blogbeiträge auf diesem Blog hat, kann er/sie mich gerne via Kontaktformular kontaktieren.

Toller Bericht!
Eure Erfahrung mit der Berufslehre deckt sich mit unserer. Das Bulimielernen ist 🤮.
Warum eine Tierarztgehilfin einen Vortrag über die Geschichte der SVP machen muss, ist sehr fraglich.
Alle Bundesräte auswendig lernen mit Partei, Departement, woher sie kommen, und das 4 Wochen vor dem Wechsel 🤪, naja, Allgemeinbildung! Und ja, Sport mit Tests: Handstandstehen, Liegestützen, Beweglichkeit, …. das mit Noten. Naja, so verlieren sie definitiv die Freude am Sport .
Aber wie du sagst, sie ist auch eine der Klassenbesten und meistens eine halbe Note oder etwas mehr über dem Klassenschnitt, auch nach fast 1 1/2 Jahren Noten. Und das nach sehr schlechten Schulerfahrungen.
Tja, Homeschooling ist eine gute Alternative!!
Es lohnt sich!!
Carmen
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Toll, dass L. es so gut macht – trotz allem! Ja, das mit der Freude ist schon eine Sache. Ich hoffe nicht, dass er die Freude an Math, Allgemeinbildung und Sport verliert nur wegen der Berufsschule!
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Unser Sohn hat die IMS (Informatikmittelschule) in Luzern besucht. Er wollte sich nicht 3 Jahre mit einem Lehrbetrieb herumschlagen, da die meisten Betriebe im Informatikbereich sehr einseitig aufgestellt sind. Schon nach kurzer Zeit fand auch er die Berufsschule sehr langweilig. Sein Informatiklehrer sagte mir, dass er seinen Job aufgeben könnte, wenn er nur solche Lernende wie unseren Sohn hätte. Unser Sohn hat dem Informatiklehrer neuere Sachen beigetracht. Er sagte mir, er hätte noch nie so einem Lernenden gehabt. Die Beurfsschullehrpersonen kommen aus der Praxis, ebenso einseitig unterwegs und pädagogisch nicht ausgebildet. Das Fazit von von unserem Sohn war, dass man die 3 Jahre Beurfsschule auf 6-12 Monate zusammenkürzen könnte. Sein 4. Jahr in der CSS war hingegen sehr interessant. Er hat diesen Juni mit der Bestnote von 5.9 abgeschlossen. Die Faszination vom Programmieren hat er etwas verloren. Ich wünsche ihm, dass er diese Leidenschaft, die er im Homeschooling vor der IMS hatte, wieder findet.
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Toll! Danke für dein Bericht, Vreny! Gratuliere deinem Sohn!
Ja, ich hoffe, es verleidet ihm nicht auch noch. Zum Glück hat er es im Lehrbetrieb sehr gut und kann vieles ausprobieren, mit Unterstützung der Lehrmeister, auch wenn es nicht ins offizielle Programm passt.
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