Philosophie und Ethik

Immer wieder kann man in den Medien darüber lesen, welche Kompetenzen für unsere Kinder in der Zukunft wichtig sind. Eine Kompetenz ist selbständiges Nachdenken. Dazu gehören Entscheidungen treffen, die eigenen Werte kennen und dafür aufstehen, nicht alles glauben, was gesagt oder geschrieben wird, sondern mit einem klaren Verstand darüber nachdenken, was wahr und unwahr ist, wie etwas wirklich ist, wie etwas sein sollte, wie etwas sein könnte und warum und vieles mehr.

Ich finde es so wichtig, dass meine Kinder sich zu unserer Welt und dem Leben ihre eigenen Gedanken machen können und auch Bekanntes hinterfragen dürfen. Ja, ich möchte sie dazu sogar anspornen.

So lernen sie von mir natürlich, dass Lügen falsch ist. Aber ist es das wirklich immer? In jeder Situation? Was ist, wenn man lügen „muss“, um ein Menschenleben zu retten? Ist Lügen dann nicht falsch? Warum nicht? Warum doch? Und kannst du dich selbst anlügen oder nicht?

Oder auch: Können Computer denken? Warum ist das Gravitationsgesetz ein Gesetz? Wie weisst du, dass du wirklich etwas weisst? Besteht der Zufall oder nicht? Sollte man immer auf die Meinungen anderer hören? Wenn viele Menschen glauben, dass etwas wahr ist, ist es dann wahr?

Diese Fragen und viele mehr nehmen wir mithilfe des Buches „Philosophy for Kids“ von David A. White durch und lernen dabei auch vieles über berühmte Philosophen der Weltgeschichte. Es gibt jedes Mal spannende Diskussionen, die oft auch am Mittags- oder Abendtisch mit den restlichen Familienmitgliedern weiter diskutiert werden.

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Ramona Casagrande von Tiefdenken liebt das Philosophieren mit ihren Kindern und hat daraus ihren Beruf gemacht. Sie bietet philosophische Buchpakete für Familien an zu ganz verschiedenen Themen wie Identität, Glück, Tod/Trauer, Zeit/Raum, Schöpfung und Freundschaft. Diese Bilderbücher sind ideal für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren und eignen sich natürlich besonders zum Philosophieren für Homeschool-Familien.

Wir durften zwei dieser Bücher zum Thema „Freundschaft“ zusammen lesen und mithilfe der beigelegten möglichen Fragen über das Thema diskutieren. Obwohl sich meine Kinder (leider?) nicht mehr so gewöhnt sind, Bilderbücher anzuschauen, gefiel ihnen vor allem das Buch „Als die Raben noch bunt waren“ und wir hatten eine tolle Diskussion über Streit: was denn überhaupt ein Streit ist, warum es das überhaupt gibt und auch weshalb sie am meisten streiten und ob das immer nur schlecht ist.

Übrigens, in einem ihrer Facebook-Beiträge stellt sie das Buch „Wenn die Ziege schwimmen lernt“ von Nele Moost und Pieter Kunstreich vor und sagt dazu: „Ein gesellschaftskritisches ja schulsystemkritisches Bilderbuch über die spezifischen Talente und Begabungen eines Menschen. Müssen wirklich alle alles können, ist hier die Frage?!“

Fazit: Philosophieren muss gar nicht kompliziert sein und kann auch dank schönen Bilderbüchern bereits in jungen Jahren praktiziert werden. Wir finden, dass es zu einer, besonders für die Zukunft, sehr wichtigen Kompetenz führt, doch vor allem hilft es den Kindern, ihre kindliche Neugier nicht zu verlieren, „Wieso“-Fragen nicht nur mit 3, sondern auch mit 10, 12 und 15 Jahren noch zu stellen und ausserdem machen die Diskussionen echt Spass und bringen auch Mami zum Nachdenken und Hinterfragen der eigenen Gedanken und Vorstellungen.

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