Die fünf grössten Fehler, die es zu vermeiden gilt {Tag 16 :: Vermeiden}

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Heute ist Tag 16 der 31-tägigen Schreibherausforderung, in der ich 31 Tage lang zu einer Wortanregung über das Thema Homeschooling schreibe.

Heute möchte ich zum Thema „Vermeiden“ darüber schreiben, welches die fünf grössten Fehler sind, die es im Homeschooling zu vermeiden gilt.

vermeiden

Manche meiner LeserInnen sind erst am Anfang ihrer Homeschool-Reise, andere haben schon ein paar Jahre hinter sich und sind momentan gerade frustriert, weil es nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt hatten. In den nächsten fünf Minuten schreibe ich über fünf Fehler, die es, meiner Meinung nach, zu vermeiden gilt.

  1. Das Homeschooling ist praktisch gleich wie die öffentliche SchuleDu weckst die Kinder (auch Jugendliche) früh am Morgen, ihr fängt um halb acht mit der Arbeit hinter einem Pult an, es gibt Lernzielkontrollen, alle vorgegebenen Aufgaben müssen gemacht werden, ihr haltet euch an einen Stundenplan und wenn sie bis am Nachmittag nicht fertig werden, müssen sie am Abend halt noch „Hausaufgaben“ machen. Das tönt jetzt vielleicht etwas übertrieben, und ich kenne auch keine Familie, die das tatsächlich so streng macht.Die Lösung: Ihr müsst die öffentliche Schule nicht nachahmen!! Sonst könnten die Kinder ja zur Schule gehen! Es ist viel zu viel Stress für das unterrichtende Elternteil und für die Kinder. Nutzt die Freiheit aus, die ihr habt: eure Jugendlichen können länger schlafen und dafür vielleicht am Abend etwas lernen, es braucht nicht unbedingt Lernzielkontrollen, ihr wisst ja eh, wo die Kinder stehen, ihr könnt flexibel sein und auch mal spontan etwas ganz anderes machen als geplant!
  2. Kaum machen die Kinder Fehler, korrigierst du sie gleichVielleicht kennst du das: du sitzt neben dem Kind, es schreibt unsicher in seinem Arbeitsbuch und sobald es einen Fehler macht, machst du ein bestimmtes Geräusch und es hört sogleich auf mit Schreiben, da es weiss, es hat jetzt einen Fehler gemacht. Dies zeigt dem Kind, dass Fehler machen schlecht und zu vermeiden ist. Wie eben in der Schule. Jeder Fehler gibt eine schlechtere Note.Die Lösung: Wusstest du, dass das Gehirn in erster Linie durch Fehler lernt? Ohne Fehler gäbe es die meisten Erfindungen, von denen wir heute profitieren, nicht, denn sie wurden durch viele Fehler hindurch entdeckt. Wir haben bei uns zu Hause eine Fehlerkultur. Es hängt bei uns ein Plakat und darauf steht: „Hier werden Fehler erwartet, respektiert, geprüft und korrigiert!“ Die Kinder arbeiten selbständig, und ich korrigiere später. Dann schauen wir die Fehler zusammen an und davon lernen die Kinder.
  3. Du meinst du musst das alles alleine meisternDu denkst an das Wort „Homeschooling“ und hast das Gefühl, dass du also jeden Tag den ganzen Tag alleine zu Hause mit den Kindern sitzen und sie unterrichten musst. Du hast das Gefühl, du musst das alleine schaffen und schämst dich, dir selber oder sogar deinem Mann zuzugeben, dass du dich einsam und überfordert (oder unterfordert) fühlst oder dass du Mühe hast mit einem bestimmten Fach.Die Lösung: Immer wird in Bezug auf die Kinder darüber geredet, aber auch wir als Homeschool-Mütter brauchen Sozialisierung! Du brauchst Freundinnen, mit denen du austauschen kannst und von denen du Rat und Ideen holen kannst. Du brauchst Freundschaften, die es dir erlauben, dich selbst zu sein. Du darfst dir auch Hilfe holen! Ich bin zum Beispiel nicht so gut im Werken (mach es auch nicht so gerne), also versuche ich das auf verschiedene Arten auszulagern. Das darfst du auch! Du musst es nicht alleine machen!
  4. Du planst zu viel oder zu wenigDu machst bei jeder organisierten Exkursion mit, deine Kinder machen 2-3 verschiedene Sportarten, gehen noch in den Schachclub und zum Zeichenkurs, und ihr seid einfach überall dabei, weil alles toll tönt und weil du ja besorgt darum bist, dass deine Kinder „sozialisiert“ sind. Oder das Gegenteil ist der Fall: Du bleibst lieber den ganzen Tag zu Hause, deine Kinder spielen kaum mal mit anderen Kindern, sie spielen nur draussen im eigenen Garten und haben keinerlei Aktivitäten ausser Haus und machen nie mal etwas ohne Eltern.Die Lösung: Kinder brauchen Abwechslung und sind auch sehr gerne mal mit anderen Kindern zusammen. Sie haben Talente und Begabungen und Interessen, die vielleicht ausserhalb eurer Familie noch besser gefördert werden könnten und was ihnen auch grossen Spass machen würde. Probiert es doch mal. Einfach nicht zu viel des Guten! Jede Familie ist da anders, aber ein paar Aktivitäten pro Woche ausserhalb des eigenen Heims wären — je nach Alter — sicher positiv für die Kinder.
  5. Du folgst deinem eigenen Plan und hörst nicht auf deine KinderDu hast alles sorgfältig geplant, die Lehrmittel ausgesucht, mit anderen Familien darüber geredet und fühlst dich jetzt endlich sicher. Du weisst, wie das Homeschooling sicher am Besten klappt und bist voller Elan, deinen Plan durchzuführen. Sogar die Kinder sind am Anfang voller Begeisterung dabei. Doch irgendwann scheint es nicht mehr so glatt zu gehen und die Kinder reklamieren vorsichtig. Du bist aber sicher, dass es so klappen sollte, wie du geplant hast, da es doch bei anderen Familien auch so funktioniert!Die Lösung: Über diesen Fehler habe ich gestern schon etwas geschrieben. Du darfst planen und bestimmte Grenzen setzen, doch erlaube deinen Kindern Freiheit innerhalb dieses Plans und dieser Grenzen. Sei bereit, mit deinen Kindern über deine Pläne und Ideen zu reden und höre ihnen wirklich zu. Es wird ihnen viel bedeuten, dass ihnen wirklich zugehört wird, und du wirst vielleicht noch überrascht sein, was für Ideen und Gedanken sie haben! Sei offen für Veränderung und berücksichtige dabei auch die Wünsche und Gedanken deiner Kinder.

Das war jetzt mal so ein Anfang. Auch darüber gäbe es noch viel mehr zu schreiben. Doch meine fünf Minuten sind jetzt schon fünfzehn Minuten geworden, und ich belasse es mal dabei. Ich hoffe, es hilft euch!

Frage: Welche Fehler habt ihr schon im Homeschooling gemacht, von denen ihr gelernt habt und vor denen ihr jetzt gerne andere warnen möchtet?

 

 

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