Warten auf die Bewilligung {Tag 25 :: Warten}

waiting

Heute ist Tag 25 der 31-tägigen Schreibherausforderung, in der ich 31 Tage lang zu einer Wortanregung über das Thema Homeschooling schreibe.

Die heutige Wortanregung ist „Warten“.

warten

Im Kanton Bern, und vielleicht noch in anderen Kantonen und Ländern, muss man manchmal warten, bis man die Bewilligung erhält, ehe man die Kinder aus der Schule nehmen und zu Hause bilden darf.

Viele fragen, wie lange sie warten müssen. Leider gibt es dafür keine abschliessende Antwort, denn die Dauer des Wartens liegt individuell bei jedem Schulinspektor bzw. jeder Schulinspektorin. Es gibt InspektorInnen, die nach dem Erhalt des „Antrags zum Privatunterricht“ postwendend die Bewilligung schicken und die Familie erst nachher besuchen. Es gibt aber auch InspektorInnen, die die Familie zuerst besuchen und alles abklären möchten, ehe sie die Bewilligung geben. Diese InspektorInnen sagen, dass das Warten auf die Bewilligung bis zu vier Monate dauern kann.

Meine Empfehlung, wenn ihr darüber nachdenkt, euer Kind aus der Schule zu nehmen, ist, zuerst beim zuständigen Inspektorat nachzufragen. Dann wisst ihr, was euch erwartet.

Falls es eurem Kind wirklich sehr schlecht geht und es sich zum Beispiel weigert, in die Schule zu gehen oder es nur mit grossen körperlichen Symptomen in die Schule geht, könnt ihr dies dem Inspektor/der Inspektorin so mitteilen und vielleicht macht er/sie eine Ausnahme und schickt euch die Bewilligung schnell. Sonst könnt ihr auch mit eurem zuständigen Kinderarzt/der Kinderärztin reden und kann das Kind vielleicht für eine Weile krank geschrieben werden.

Es gibt anscheinend auch einige InspektorInnen, die die Erlaubnis für den sog. Privatunterricht nur auf Semesteranfang geben möchten. Falls es bei eurem Kind nicht sehr dringend ist, könnt ihr dies im Hinterkopf haben und rechtzeitig vor Anfang Februar oder Mitte August den Antrag stellen (am Besten einige Monate vorher, also entweder im Oktober/November oder im April/Mai), damit das Kind nach den Sport- oder Sommerferien zu Hause bleiben kann. Dies ist natürlich auch eine wichtige Überlegung, falls ihr euer Kind gar nicht zum Kindergarten oder in die Schule schicken möchtet! Denkt daran, dies rechtzeitig vor Anfang des Schuljahres zu beantragen!

Wenn ihr einige Monate auf die Bewilligung warten müsst, könnt ihr trotzdem aktiv werden. Die InspektorInnen möchten meistens einen Jahresplan sehen, in dem steht, wie ihr vorhabt, was und wann im Homeschooling durchzunehmen. Diesen Jahresplan könnt ihr bereits in der Wartezeit schreiben.

Auch könnt ihr in dieser Zeit zusammen einige Homeschool-Familien besuchen, Ideen sammeln und euch inspirieren lassen. Vielleicht passt es sogar zeitlich, dass ihr an einigen Homeschool-Treffen teilnehmen könnt, damit ihr andere Familien kennen lernen könnt bzw. euer Kind andere Homeschool-Kinder kennen lernen kann.

Auch könnt ihr bereits dem Verein Bildung zu Hause beitreten und über die Mailing-Liste und den nationalen Treffen in Aarau über die schweizweite Homeschool-Bewegung informiert werden.

Ihr könnt euch ausserdem Gedanken darüber machen, mit welchen Lehrmitteln ihr in der Zukunft arbeiten möchtet und vielleicht einer Facebook-Gruppe beitreten, um Fragen zu stellen oder Ideen zu sammeln.

Auch sehr zu empfehlen sind die Info-Tage für Homeschool-Interessierte und Einsteiger, die neu im Kanton Bern vom Berner Verein Bildung zu Hause zweimal pro Jahr organisiert werden. Da die Teilnehmerzahl sehr beschränkt ist, lohnt sich eine frühzeitige Anmeldung.

Frage: Wie lange musstet ihr warten, bis ihr die Bewilligung erhalten habt und wie habt ihr diese Wartezeit überbrückt?

4 Kommentare

  1. Hallo

    bei uns geht die Bewilligung nicht über den Inspektor sondern muss beim Erziehungsrat eingereicht werden. Dabei wird aufgrund des Eingereichten entschieden, ohne dass es die Möglichkeit für ein Gespräch gibt.

    Wir warten jeweils ca. 3 Monate auf die Bewilligung (die wir für jedes Semester neu beantragen müssen). Zum Glück ist es in der Zwischenzeit mehr Fleissarbeit wie etwas anderes. Ausser dass wir jedes Mal auch die Gebühr bezahlen müssen.

    Für neue Homeschooler kann dieses Verfahren sehr deprimierend sein. Da man nur erneut Stellung zu einer Ablehnung nehmen kann, wenn man rechtlich Rekurs einlegt. Je nach dem sogar mit Anwalt.

    Bis jetzt sind wir die einzige Familie im Kanton Schaffhausen, die eine Bewilligung erhalten hat.
    Leider.
    Zwei Familien sind in der Rekursphase. Eine sogar schon bei der zweiten Instanz (Kt. Obergericht).

    Als wir unser Gesuch das erste Mal gestellt haben, ging es 1,5 Jahre, bis wir die Bewilligung hatten, da wir bis vor Obergericht mussten. Obwohl wir alle Vorgaben erfüllten. Doch bei uns herrscht die Ansicht: Wir wollen das nicht, deshalb gibt es das nicht.
    Doch zum Glück gaben uns die Richter recht. Bzw. verlangten, dass die Behörden beweisen, dass wir die Ziele im Homeschooling nicht erreichen können.

    Der Inspektor, welcher uns nun betreut, ist super. Er hat viel Ahnung von Entwicklung und war vor einigen Jahren noch selbst Lehrer. Er ist eine gute Ansprechsperson und betrachtet die Kinder sehr objektiv aber trotzdem als Subjekte. Danke.

    Somit kennen wir das Warten sehr gut. 1,5 Jahre war lang und ging uns sehr an die Nerven. Vor allem, weil wir gleichzeitig eine Notlösung für unseren Sohn brauchten.

    Warten kann sehr kräftezehrend sein.
    Wenn man die Geschichte später erzählt, scheint alles sich so zu fügen. Doch wenn man zwischen den einzelnen Schritten Monatelang wartet, wird es sehr zermürbend.

    Gruss Eva
    Kt. Schaffhausen

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    • Ja, das ist wirklich sehr lange und ich kann mir vorstellen, dass das sehr zermürbend ist. Vor allem im Hinblick darauf, dass es in anderen Kantonen so viel einfacher geht. Wir wünschen euch in Schaffhausen viel Kraft, Wohlwollen und Durchhaltevermögen!

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  2. Danke.

    Für uns ist es jetzt zum Glück einfach nur noch eine halbjährliche Formalität. Ich hoffe, dass es bald auch andere Familien gibt, welche die Bewilligung bekommen.

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