Werden Homeschooler akzeptiert? {Tag 26 :: Akzeptieren}

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Heute ist Tag 26 der 31-tägigen Schreibherausforderung, in der ich 31 Tage lang zu einer Wortanregung über das Thema Homeschooling schreibe.

Heute möchte ich zum Thema „Akzeptieren“ anschauen, ob und wie Homeschool-Jugendliche nach der obligatorischen Schulzeit im Berufsleben akzeptiert werden.

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Die grosse Frage, die sich neue Homeschool-Familien, aber auch Aussenseiter, immer wieder fragen, ist, was aus Jugendlichen nach dem Homeschooling wird. Skeptiker kritisieren, dass aus Homeschool-AbgängerInnen ganz sicher Abhängige vom Sozialdienst werden, weil sie nichts Richtiges gelernt haben und nicht dazu fähig sind, sich in der Welt der Wirtschaft zu behaupten. Ist das wirklich so?

Obwohl es hier in der Schweiz auch immer mehr Homeschool-AbgängerInnen gibt und sich der Verein Bildung zu Hause darum kümmert, informative Daten über sie zu sammeln, um zu wissen, wie es Homeschool-Jugendlichen nach dem Homeschooling geht, gibt es noch keine grösseren Untersuchungen, wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten oder Gross Britannien.

In den Staaten ist es üblich, dass Jugendliche nach der High School ans College wechseln. So auch Homeschool-Jugendliche. Mittlerweile gibt es in den allermeisten Universitäten in Amerika besondere Prozeduren für Homeschool-AbgängerInnen. Da Untersuchungen mittlerweile gezeigt haben, dass Homeschooler überdurchschnittlich gute Studenten sind, sind sie an den Universitäten gefragt und werden zum Teil sogar aktiv rekrutiert.

In einem Artikel von 2015 im Business Insider wird beschrieben, wie Universitäten mit einem unglaublich strengen Aufnahmeprozentsatz wie MIT, Harvard, Stanford und Duke University alle sehr wohl wissen, dass Homeschool-Jugendliche oft auf einem höheren Niveau arbeiten. Es geht dabei nicht unbedingt darum, was die Jugendlichen akademisch zu Hause gelernt haben, sondern darum, was die Freiheit des Homeschoolings den Jugendlichen erlaubt hat, in ihrer „Freizeit“ zu tun — sich eben zu vertiefen in Themen und Bereichen, die sie interessiert.

Auch wurde in Untersuchungen bewiesen, dass Homeschooler sogar eher höhere soziale Kompetenzen zeigen, da sie aktiv Teil einer Gemeinschaft sind und lernen, mit Menschen in jeder Altersgruppe umzugehen. Sie werden zu aktiven Teilnehmern in ihren Nachbarschaften und anderen Gemeinschaften und nehmen die Umgangsformen von Erwachsenen um sie herum währenddessen ganz natürlich auf. Diese Eigenschaften und Kompetenzen machen sie zu beliebten Studenten an den Spitzeuniversitäten der Vereinigten Staaten.

Wie ist das nun in der Schweiz?

Auch hier schaffen es etliche Homeschool-AbgängerInnen, trotz sehr schwieriger Aufnahmeprüfung (die von VolksschülerInnen gar nicht gemacht werden muss) ins Gymnasium und gehen nach der Matura studieren.

Die grosse Mehrheit, wie auch unter den VolksschülerInnen, sucht im Laufe der Oberstufenzeit nach einer Lehrstelle. Dies ohne Noten und ohne Zeugnisse. Unmöglich, sagen viele, doch dem ist nicht so. Viele Lehrmeister sind sich seit Jahren bewusst, dass ein Zeugnis mit guten oder weniger guten Noten nicht viel über den Lehrstellenbewerber oder der Bewerberin aussagt. Sie entwickeln deshalb eigene Tests oder verlangen den Stellwerk Test, der unabhängig und selbständig auch von Homeschooler gemacht werden kann.

Andere Lehrmeister vertrauen auf ihre Menschenkenntnis und ihre Intuition und merken schon bald nach einmaligen oder mehrmaligem Schnuppern, wie ein Homeschooler unterwegs ist und ob dieser Jugendliche ins Team und zum Beruf passt.

Ich persönlich kenne nicht wenige Homeschool-AbgängerInnen, die schlussendlich aus drei oder vier verschiedenen Lehrstellenangeboten im Wunschberuf wählen durften. Dabei schien die Tatsache, dass sie zu Hause gebildet waren, kein Hindernis zu sein. Im Gegenteil, vielleicht war es sogar tatsächlich ein Vorteil, weil sich die Jugendlichen profilierten und mit ihren angeeigneten Kompetenzen und ihrem grossen Interesse überzeugen konnten.

Wie viele Jugendliche kennt ihr, die nach der 9. Klasse einfach schulmüde und vielleicht sogar etwas lebensmüde sind? Ich kenne leider alarmierend viele. Sie haben null Bock, verbreiten eine miese Stimmung, mögen einfach nicht mehr und sind Sklaven ihrer Bildschirme. Dies im Gegensatz zu vielen Homeschool-Jugendlichen, die ganz vielen persönlichen Interessen nachgehen können/konnten und denen das Lernen nicht verleidet ist. Im besten Fall haben sie während ihrer Homeschool-Zeit gelernt, dass lebenslanges Lernen Spass macht und sie persönlich weiterbringt.

Persönlich kenne ich nur Erfolgsgeschichten von Schweizer Homeschool-AbgängerInnen und merke immer wieder, dass auch Homeschooler ganz normal akzeptiert werden, sowohl in Gymnasien, wie auch in Betrieben als Lehrlinge.

Frage: Habt ihr Homeschool-AbgängerInnen? Möchtet ihr eure Geschichte erzählen? Gerne berichte ich hier auf dem Blog immer wieder über Familien, die das Homeschooling bereits hinter sich haben und was aus den Jugendlichen geworden ist.

 

 

 

 

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