Schloss Lenzburg

Unsere erste Exkursion im neue Schuljahr verbrachten wir bei wunderbarem Wetter im Schloss Lenzburg. Schlösser und Burge haben uns in jedem Zyklus schon begleitet. Im ersten Zyklus waren wir in Burgdorf, wo sich die Kinder wie Ritter und Hofdamen verkleiden konnten (das war unsere allererste Homeschooling-Exkursion damals). Im zweiten Zyklus verbrachten wir Zeit auf der Habsburg und lernten über das Mittelalter und die Habsburger. Auch im dritten Zyklus sollte ein Schlossbesuch dazu gehören, jedoch musste die Führung bzw. der Workshop auch für Homeschooler im Teenie-Alter interessant sein. Dies war bei den beiden Workshops im Schloss Lenzburg, die wir gebucht hatten, ganz sicher gegeben: einmal „Gerecht gerichtet“ über die Rechtssprechung der frühen Renaissance verglichen mit heute und dann am Nachmittag der Workshop „Wir bauen am Schloss“ mit einem Steinmetz, wo richtig Hand angelegt wurde.

Im ersten Workshop führte uns eine wunderbar angezogene Hofdame durch einige Zimmer im Schloss und erklärte uns, wie das Leben auf der Lenzburg vor 400-500 Jahren aussah, sowohl für die Patrizierfamilien, wie auch für die einfachen Bürger. Anhand der wahren Geschichte einer armen Frau mit sechs unehelichen Kindern musste dann gerichtet werden. Auf die Rechtssprechung vorbereitet wurden die Jugendlichen durch verschiedene Posten, die sie selbständig in Gruppenarbeit durchlaufen konnten. Dabei lernten sie zum Beispiel über Menschen, die damals auf der Lenzburg hingerichtet wurden – weshalb und mit welchen Methoden – schauten sich das Gefängnis an und setzten sich mit der heutigen Todesstrafe und den Menschenrechten auseinander. Dann wurde mittels Theater die Geschichte der Frau und dem Landvogt als Richter und natürlich dem Scharfrichter nachgespielt. Zum Glück für mich, war der Landvogt und seine Berater in diesem Fall gnädig und musste der Scharfrichter (Schnüggu) die Mutter der unehelichen Kinder (seine Schwester, Schnüseli!) nicht peinigen oder hinrichten. Es gab „lediglich“ eine Ehrenstrafe und eine Busse. In Realität aber wurde diese Frau vor ca. 440 Jahren für ihre Tat(en) ertränkt!

Nach dem Picknick fürs Mittagessen ging es weiter mit dem Steinmetz. Während eine Gruppe versuchte, Initialen und anderes in den Stein zu hauen, baute eine zweite Gruppe an einem Rundviadukt und bekam eine dritte Gruppe Geometrieunterricht und zeichnete die Kirchenfenster ab. Danach wurde abgewechselt. Anschliessend besuchten die Jugendlichen das Schloss noch einmal und schauten sich die Dekorationen, v.a. auch an den Decken an, zeichneten diese ab, schnitzten das Negativ ihrer Zeichnung anschliessend in Ton, das schliesslich mit Gips übergossen wurde und so entstanden ganz verschiedene schöne Gipsdekorationen.

Vielen Dank ans Schloss Lenzburg, das uns wunderbar betreut hat, an die tollen Workshop-Leiter, die ihr Wissen mit Leidenschaft an die Jugendlichen weitergaben und an das Museum Aarau, dass auch wir von der „Aktion Eingeladen“ profitieren durften!

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