SpielPolitik – Teil 1

Ganz lange her – im Februar 2022 genauer gesagt – meldete ich mich (etwas naiv) für das Projekt „SpielPolitik“ an. Ich dachte, das wäre eine coole Sache für unsere Oberstufengruppe. Tja, unsere Anmeldung wurde angenommen und jetzt ist es September und stehen wir etwas über einem Monat vor unserer Reise nach und unserem Erlebnis in Bern.

Da dies doch eine ziemlich gigantische Sache ist, habe ich beschlossen, euch auf diese besondere Reise etwas mitzunehmen. Vielleicht kann ja wieder einmal eine verrückte Homeschool-Mutter eine Homeschool-Gruppe für dieses Projekt anmelden! Ich sage euch nur eins: wenn ich gewusst hätte, wie unglaublich viel Arbeit das sein würde, hätte ich uns wohl nicht angemeldet!

Vor den Sommerferien hatte ich eine erste Einführung vom SpielPolitik Team, wo mir zum ersten Mal so richtig bewusst wurde, wie viel Arbeit da auf mich zukommen würde. Das Ganze ist in einem Ausmass, das ich mir vorher nicht wirklich vorstellen konnte. Ich wusste, eine der ersten Aufgaben, die wir machen mussten, war, eine Initiative auszudenken und einzureichen. Ich hatte zu diesem Zweck bereits in den Sommerferien eine Chat-Gruppe mit den Jugendlichen gegründet, um Ideen zu sammeln, aber da waren sie noch wenig zu begeistern.

Nach den Sommerferien trommelte ich also die Jugendlichen zum ersten Mal per Zoom zusammen. Ich erklärte ihnen, wie das Projekt ablaufen würde und durften alle zuerst mal eine Evaluation machen, um zu sehen, wie viel sie bereits über Politik wissen, so am Anfang des ganzen Projekts. Danach erklärte ich ihnen, was eine Initiatve ist und liess ich sie in Gruppen mal Ideen sammeln. Dabei kamen ganz tolle Ideen heraus, wovon zwei es dann ins Finale schafften: die Milch-Initiative (ein Grundpreis für Milch) und die ÖV-Initiative (besseres ÖV-Netzwerk in der ganzen Schweiz).

Eine Woche später: zweite Sitzung mit dem SpielPolitik Team und den Lehrpersonen der anderen drei Klassen, die mit uns am Projekt teilnehmen werden. Hier kam schon mal eine erste Panik auf, da ich merkte, dass es nun ernst wird, und wir unsere Initiative innerhalb von drei Tagen einreichen mussten. Also trommelte ich die Jugendlichen ganz spontan wieder per Zoom zusammen und überlegten wir uns im Ernst, wie unsere Intiative heissen soll, was wir genau wollen und welchen Verfassungsartikel wir ergänzen wollten. Die Jugendlichen arbeiteten nun fleissig in zwei Gruppen (an den beiden Top-Initiativen, die wir zum Glück schon erörtert hatten). Danach stimmten wir für eine Initiative ab, wobei ich ihnen schon sagte, dass die ÖV-Initiative fast nicht machbar sein wird, da wir dann auch alle Details bzgl. der Finanzierung dieser Idee erarbeiten müssten. So gewann dann schliesslich die Milch-Initiative, wobei wir die ÖV-Initiative auf engage.ch auch noch eingeben können.

Jetzt wusste ich aber auch, dass wir innerhalb der nächsten zwei Wochen auch noch eine Partei gründen und uns in Kommissionen aufteilen mussten und eine Initiative als KommissionspräsidentIn übernehmen mussten. Also beschlossen wir uns, am 13. September noch einmal ein Zoom-Treffen durchzuführen. Nun waren die Jugendlichen aber im Chat auch schon aktiver und gaben schon mal bekannt, wer sich für welchen Posten interessierte. In unserem dritten Zoom-Treffen besprachen wir zuerst einmal, wie unsere Partei denn heissen sollte und welche Schwerpunkte wir haben wollten. Alle waren sich einig, dass wir etwas mit „Homeschooling“ im Namen haben wollten und so wurden wir ziemlich schnell und einstimmig zur „Schweizer Homeschool Partei“ gewählt mit den folgenden Schwerpunkten:

Unsere Partei setzt sich für die Milchinitiative ein.
Schwerpunkte unserer Parteiarbeit sind freie Bildungswahl für alle, Unterstützung unserer heimischen Landwirtschaft, damit die Schweiz sich grösstenteils selbst versorgen kann, Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft, Natur- und Tierschutz, faire Löhne für alle

Danach wurde das Präsidium und Vize-Präsidium „gewählt“, d.h. es stellten sich nur je ein Jugendlicher zur Wahl. (Yanis als Parteipräsident! 🙂 )

Als nächstes mussten wir uns mit den Initiativen der anderen Klassen beschäftigen, da wir uns in Kommissionen für diese Initiativen aufteilen sollten. Die anderen Initiativen gehen grob gesagt um gratis-ÖV für Jugendliche, Pfand auf PET und Nikotinverbot an öffentlichen (Kinder-)Plätzen. Jetzt ging es darum, einen Kommissionspräsidenten bzw. eine Kommissionspräsidentin zu wählen. Leider waren die Mädchen noch sehr zurückhaltend und stand wieder nur ein Junge zur Wahl. Dieser wählte dann die Initiative „Pfand“ als die Kommission, die er gerne präsidieren würde. Ein anderer Junge wurde zu seinem Vize bestimmt und schliesslich traute sich dann doch noch ein Mädchen, als Stimmenzählerin zu funktionieren.

So, und soweit sind wir also jetzt. Wir haben eine Partei, einen Parteinamen, einen Parteipräsidenten, ein Vize und eine Stimmenzählerin, eine Initiative, einen Kommissionspräsidenten und sein Vize und jetzt sind wir gespannt wie’s weiter geht. Auf jeden Fall sind die Jugendlichen jetzt mehrheitlich mit grosser Begeisterung dabei und fangen an, sich richtig für Politik zu interessieren. Es macht grossen Spass, mit ihnen unterwegs zu sein!

Als Nächstes müssen wir bis Mitte Oktober ein 5-minütiges Präsentationsvideo gestalten, in welchem wir uns als Klasse/Partei/Fraktion vorstellen (auf Deutsch und Französisch). Nicht ganz einfach, wenn wir in Bern, Zürich, Thurgau und Aargau wohnen und uns vor dem eigentlichen Anlass gar nicht in Person sehen! Aber ein angehender Mediamatiker hat sich dieser Herausforderung angenommen und wird zusammen mit Yanis das Video kreieren. Danach müssen wir uns intensiv mit den verschiedenen Initiativen (inkl. unserer eigenen) auseinander setzen, damit wir dann gute Argumente und/oder Gegenargumente haben. Natürlich müssen wir dann auch noch Unterschriften sammeln für unsere eigene Initiative!

Gerne nehme ich euch mit auf diese spannende Reise nach Bundesbern!

Ein Kommentar

  1. Ganz toll! Für politisch Aktive ist das übrigens Alltag und wir profitieren alle auch immer wieder davon. Also seid verständnisvoll wenn wiedermal Unterschriften gesammelt werden auf der Strasse, es ist eine Mordsbüez! (Kann aber auch sehr interessant sein!) Gruss einer ehem. Kommunalpolitikerin!

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