40 Gründe warum Homeschool-Kinder gerne homeschoolen

Nicht nur wir als Eltern, sondern auch Schnüggu und Schnüseli werden oft gefragt, ob sie es denn überhaupt mögen, zu Hause unterrichtet zu werden. Meist von Kindern, aber manchmal auch von Erwachsenen.

Also habe ich meine Kids mal gefragt und auch noch ein paar andere Kids, mit denen sie fast jeden Tag in einer Homeschool-Whatsapp-Gruppe telefonieren und die sie regelmässig für Exkursionen treffen. Hier sind die Resultate:

40 Gründe

  1.  

    Wir können homeschoolen wo und wann wir wollen: ob am Morgen oder am Nachmittag, ob in der Badi oder zu Hause, ob auf dem Sofa oder am Schreibtisch, ob im Zoo oder auf dem Balkon, Homeschooler sind flexibel.

  2. Wir können reisen und in anderen Ländern homeschoolen: viele Homeschooler reisen gerne und unterrichten ihre Kinder vor Ort, in anderen Ländern, anderen Städten, mit anderen Sprachen und Kulturen und einer anderen Geschichte. Das nennt man auch „Worldschooling“.
  3. Wir können länger ausschlafen: das schätzen vor allem die Teenager, die einfach einen anderen Tages-/Schlafrhythmus haben. Viele Studien belegen ja mittlerweile, dass auch Schulen später anfangen sollten… Das bedeutet noch lange nicht, dass sie es dann später nicht schaffen, früh auf der Arbeit zu sein.
  4. Wir haben keine Hausaufgaben: das bedeutet nicht weniger Arbeit, sondern eine Tagesstruktur, die es möglich macht, alle Schulaufgaben zu einer angenehmen Zeit fertig zu haben, damit danach noch viel Zeit zum Spielen, für Hobbies, zum Abmachen und für Sport bleibt.
  5. Wir haben keine Noten: oder anders gesagt, wir machen erst weiter, wenn wir in jedem Thema die Bestnote hätten (siehe auch #40).
  6. Wir können mehr Zeit in das investieren, was uns wirklich interessiert: neben den „Pflichtfächern“ und „-themen“ haben die Kids viel Zeit, um sich in das zu vertiefen, was sie besonders interessiert.
  7. Wir sind schneller, weil wir nicht immer warten müssen: die Kinder können in ihrem eigenen Tempo vorangehen, mal schneller, mal langsamer.
  8. Wir machen coole Exkursionen: wer sagte denn, dass „Homeschooling“ zu Hause stattfinden muss? Die Exkursionen sind das, was wir in unserer Familie am liebsten machen und wo die Kids sicher am meisten lernen!
  9. Wir müssen nicht stundenlang in einem Klassenzimmer sitzen: die Kinder müssen gar nie stundenlang irgendwo sitzen, sondern dürfen sich je nach Bedürfnis auch bewegen, aufstehen, aufs WC gehen, den Hund streicheln, mit ihm spazieren gehen, usw. Ausserdem sind die Stunden, in denen wir an den Schulaufgaben arbeiten, eh relativ kurz.
  10. Wir können unsere Lehrmittel aussuchen: die Kinder arbeiten mit Lehrmitteln, die interessant sind und ihnen Spass machen und die das Lernen fördern.
  11. Wir werden nicht gemobbt: unter Homeschool-Kindern haben wir Mobbing noch nie erlebt. So schön, wenn man ohne Mobbing aufwachsen darf!
  12. Wir haben mehr Zeit zusammen als Familie: die Kinder mögen es sehr, viel Zeit mit Mami und/oder Papi zu verbringen, vor allem wenn sie jünger sind, aber sie schätzen es auch als Teenager immer noch sehr!
  13. Wir haben mehr Zeit für Hobbies: unsere Kinder erzählen immer wieder über die vielen Hobbies der anderen Homeschool-Kinder und das wiederum bringt Schulkinder und andere Familien immer wieder ins Staunen! Ohne Homeschooling wären die vielen Hobbies der Kinder nie möglich!
  14. Wir sind flexibler: wenn mal etwas Unerwartetes ansteht, ist das kein Problem, dann organisieren wir unseren Tages- oder sogar Wochenablauf halt einfach etwas anders!
  15. Wir können einfach uns selbst sein und müssen nicht mit dem Gruppendruck mitmachen: Schnüseli schätzt es sehr, dass sie nicht mit den gleichaltrigen Mädels  mithalten muss was Jungs, Style, Make-Up usw. angeht. Sie darf sich und ihre Interessen und ihren Stil einfach in Ruhe kennen lernen und ausprobieren, was ihr persönlich gefällt, ohne Druck von aussen.
  16. So macht lernen Spass: auch wenn wir manchmal Themen durchnehmen, die lehrplanbezogen sind und die sich die Kinder nicht selber ausgesucht haben, können wir das Thema mit interessanten Lehrmitteln und Exkursionen spannend und interessant gestalten.
  17. Wir müssen nicht endlos Aufgaben lösen, sondern nur bis wir das Thema begreifen: Schnüggu schätzt es sehr, dass wenn er mir zeigen kann, dass er die schwierigsten Aufgaben auf einer Seite im Mathe-Arbeitsheft machen kann, er zum nächsten Thema weitergehen kann und nicht alle anderen Aufgaben auch noch lösen muss.
  18. Wir haben keine schulischen Lücken, wir gehen nicht weiter, bis wir etwas gut begreifen: dies ist bei Schnüseli besonders gut sichtbar. Sie geht langsam aber stetig voran in Mathematik und versteht jeden einzelnen Schritt ehe wir weitergehen. So baut sich ein vollständiges Verständnis und Wissen auf.
  19. Wir können das Wetter in vollen Zügen ausnützen: es schneit mal ausnahmsweise genug? Dann gehen wir schlitteln oder spontan skifahren! Das Wetter ist wunderschön? Dann gehen wir spontan in die Badi oder wandern!
  20. Wir können öffentliche Plätze (z.B. die Badi) geniessen, wenn sie nicht so voll sind: wir lieben es, in der Badi die Schulaufgaben zu erledigen, wenn wir die Badi praktisch für uns alleine haben (vor und nach den Sommerferien!). Viele Homeschool-Familien machen aus diesem Grund auch sehr gerne Ferien, wenn keine Schulferien sind.
  21. Wir haben keinen Stress am Morgen: wir haben unsere Morgenroutine, aber wir haben keinen Stress und keine Tränen am Morgen, weil die Kinder vielleicht nicht ausgeschlafen sind oder getrödelt haben.
  22. Wir haben keinen Leistungsdruck: das ist der Grund weshalb wir überhaupt mit Homeschooling angefangen haben. Der Leistungsdruck bereits in der 1. Klasse machte Schnüseli körperlich kaputt. Jetzt kann sie ganz gemäss ihrem eigenen Tempo lernen.
  23. Wir können unsere Hobbies fürs Lernen brauchen: Schnüseli besucht Kurse an der Schule für Gestaltung, weil sie ihr Hobby zum Beruf machen möchte. Schnüggu lernt Programmieren und mit Lego Education vieles über Physik, erneuerbare Energien und Robotik. So wird das Hobby zum Fach.
  24. Wir können später ins Bett gehen: wer nicht so früh aufstehen muss, darf abends auch etwas länger aufbleiben! 😉
  25. Wir können mega viel, mega oft kreativ sein: dieser Grund kam natürlich von Schnüseli, die sehr gerne sehr viel Zeit mit ihren kreativen Hobbies verbringt und am Nachmittag am liebsten stundenlang an ihrem Bullet-Journal arbeitet, Karten macht, ihr Handlettering übt oder zeichnet.
  26. Wir werden nicht abgelenkt: ein wichtiger Punkt für hochsensible Kinder oder Kinder mit ADHS!
  27. Wir haben eine bessere Beziehung mit unseren Geschwistern: oh ja, auch bei uns wird gestritten, aber im Allgemeinen verstehen sich die Kinder gut und verbringen viel Zeit zusammen. Auch haben sie oft dieselben (Homeschool-) Freunde.
  28. Wir können uns in etwas vertiefen, was uns aktuell gerade interessiert: vielfach nehmen wir Themen durch, die gar nicht in meinem Jahresplan standen, einfach, weil das gerade aktuelle Themen in den Weltnachrichten sind oder weil die Kinder es sonstwo aufschnappen.
  29. Wir haben eine liebe Lehrerin! 😉 (Na ja, meistens…!)
  30. Wir können selbständig arbeiten und unsere Zeit managen: je älter sie werden, desto mehr schätzen sie die Selbständigkeit.
  31. An Geburtstagen haben wir frei!
  32. Wir haben morgens Zeit fürs Vorlesen im Pijama: dies ist immer noch ein wichtiger Bestandteil unserer Tagesstruktur, den wir alle sehr gerne haben! Ich denke, dass das Vorlesen definitiv zu kurz kommen würde bzw. gar nicht mehr stattfinden würde, wenn die Kinder den ganzen Tag in der Schule wären.
  33. Wir haben Zeit für unsere Freunde und wir haben mehr Freunde als nur Schulfreunde: die Kinder schätzen es sehr, dass sie Freunde aus allen möglichen Lebensbereichen haben, aus der Nachbarschaft, frühere Kindergartenfreundinnen, aus den Sportvereinen, von sonstigen Freizeitbeschäftigungen und natürlich aus anderen Homeschool-Familien. Sie haben immer Zeit zum Abmachen, wenn mal die SchulfreundInnen auch Zeit haben.
  34. Wir haben mehr Zeit zum Spielen: dies schätzen vor allem jüngere Kinder und deren Eltern sehr! Die Kinder können Kind sein und viel Zeit mit Spielen verbringen. Im Alter meiner Kinder sollte ich wohl eher „gamen“ sagen! 😉 Das bedeutet aber nicht, dass sie den ganzen Tag gamen!
  35. Wir bekommen individuelle Aufmerksamkeit, wenn wir es brauchen: wenn Fragen da sind, werden diese relativ sofort beantwortet, ohne gross warten zu müssen, oder wir arbeiten gemeinsam an Lösungen (zum Beispiel beim Programmieren).
  36. Wir können ganz spontan irgendwo hingehen oder abmachen: jemand organisiert spontan einen Morgen im Hallenbad? Oder eine Exkursion? Dann können wir spontan unseren Tagesplan ändern und mitgehen!
  37. Wir können spontan die Grosseltern besuchen: das schätzen sowohl Grosseltern wie auch Kinder! 🙂
  38. Wir können Sachen lernen, die in der Schule nicht unterrichtet werden: Schnüggu schätzt es sehr, dass er vertieft programmieren lernen kann, und ich schätze es sehr, dass ich vertieft mit den Kindern über den Umgang mit Geld, Budgets, usw. reden kann, bzw. sie darin unterweisen kann.
  39. Wir dürfen während der Mathe-Lektion auch mal mit unserer Lehrerin knuddeln, wenn wir das möchten: haha! Das hat Schnüggu gesagt, der es liebt, wenn ich neben ihm sitze, und er ein paar Sekunden mit mir knuddeln und ein Küsschen von mir bekommen kann. Ohne tägliches Knuddeln ist er nicht derselbe! 😉
  40. Wir können uns mehr Zeit nehmen, etwas Schwieriges (z.B. Math) wirklich zu verstehen: dies fällt mir jedes Mal wieder auf während meinen Nachhilfestunden und schätze ich immer mehr. Wir gehen nicht weiter, wenn ein Kind eine 3 1/2 oder eine 4 in einem Mathe-Test hatte (wenn wir Tests machen würden…). Das bedeutet ja, dass das Kind sicher die Hälfte der Materie noch nicht begriffen hat! Wenn es also mal schwieriger wird, nehmen wir uns Zeit dafür!

Was würden deinen Kinder zu dieser Liste hinzufügen?

6 Kommentare

  1. Tolle Aufzählung. Meine Kinder fügen spontan das noch hinzu.

    – Dass man länger spielen darf (vom Alter her), ohne ausgelacht zu werden.
    – Kein Schulweg (empfinden meine als Vorteil).
    – Kein Zeitverlust am Anfang einer Lektion (bis jeder bereit ist).
    – Man lernt auf Reisen Freunde kennen, die man dann auch wieder besuchen kann.

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  2. Sehr cool 🙂 Interessant wäre so eine Liste auch für Eltern. Hat es für sie auch Vorteile oder macht man es einfach für die Kinder (was auch ein schöner Grund ist)? Auf Anhieb würde mir einfallen: spät ins Bett und später aufstehen 😀 Aber eine Herausforderung ist sicherlich das Geld verdienen. LG Nadine

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  3. – Wir können das Lernen, was wir jetzt möchten. Es ist auch möglich einmal drei Tage „nur“ NMG zu machen und alles andere weg zu lassen.
    – Ich kann mein Nähprojekt anfangen und am Stück arbeiten, bis es beendet ist. (Das ist für unseren Ältesten sehr wichtig, da er seine kreativen Projekte am liebsten sofort fertig hätte. Wenn er etwas angefangen hat, ist er in Gedanken immer dort.)

    Ich finde als Eltern sind viele der Punkte auch wichtig.

    – Die Kinder morgens nicht aus dem Bett reissen.
    – Kein Morgenstress
    – um 12 keine gefrustete Kinder, die nach Hause kommen und alles an mir auslassen
    – Spontanität
    – Zeit zum Spielen
    – Der Lernstil dem Kind anpassen. Mein Ältester lernt Mathematik am einfachsten im Alltag, wenn ich mit geschriebenen Rechnungen komme, ist gleich alles blockiert. Auf das können wir eingehen.
    – Die Kinder können mehr im Haushalt helfen 🙂 Gehört für mich auch zu den lebensnotwenidigen Lernzielen.
    – Das Jüngste ist nicht alleine zu Hause, solange es noch nicht in den Kindergarten geht.

    Das ist mir jetzt so spontan eingefallen. Aber es gibt bestimmt noch mehr.

    Natürlich gibt es für Eltern und kIndern auch Herrausforderungen oder Dinge, die nicht so toll sind.

    Bei unserem Ältesten ist es ganz klar die Tatsache, dass alle anderen Kinder im Dorf so viel in der Schule sind. Das findet er zum Teil sehr frustrierend.

    Gruss Eva

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  4. Hallo

    eins hab ich noch vergessen. Ein Vorteil für unsere KInder ist ganz klar:

    sie können mit Papi zum Arbeiten mit (dies ist nicht immer möglich, doch wenn es ein Auftrag ist, bei dem die Kinder helfen können, oder mindestens nicht im Weg sind, können sie manchmal mit. Wir haben eine eigene Drechslerei)

    gruss Eva

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