Was ich in sechs Jahren bemerkt habe {Tag 6: Bemerken}

Notice

Heute ist Tag 6 der 31-tägigen Schreibherausforderung, in der ich 31 Tage lang zu einer Wortanregung über das Thema Homeschooling schreibe.

Heute schreibe ich darüber, was ich in der Schweizer Homeschool Bewegung in den letzten sechs Jahren bemerkt habe.

Bemerken

Alle Medienberichte im vergangenen Jahr schreiben darüber: Homeschooling wird eine immer beliebtere Alternative für viele Eltern in der ganzen Schweiz. Die Anzahl der Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, steigt rapide an. Manche sagen, dass sich die Zahlen in den letzten drei Jahren verdoppelt haben oder sogar verdreifacht.

Persönlich erhalte ich einige Male pro Woche E-Mails von Personen, die Rat brauchen, den Homeschool-Weg anzufangen. Ein Infotag für Homeschool Interessierte und Einsteiger ist oft ziemlich schnell ausgebucht. In der Homeschool-Interessierten Gruppe auf Facebook melden sich täglich etliche Interessierte und Einsteiger mit Fragen.

Dieser Anstieg haben natürlich nicht nur die Medien, sondern auch die Behörden bemerkt. Manche reagieren darauf mit strikteren Massnahmen, andere verbieten es ganz. Irgendwie scheint die Homeschool Bewegung bei vielen als Bedrohung aufgenommen zu werden. Wieso das so ist, frage ich mich schon lange, wie auch in diesem Post.

Was ich aber auch bemerkt habe, ist, dass Homeschooling wirklich einen langen Atem braucht. Viele Familien sind von der Idee ganz begeistert, wenn die Kinder noch klein sind und starten dann voller Elan ins Kindergartenalter, mit jedem empfohlenen Buch und jeder möglichen Utensilie, um zu basteln und zeichnen (Gestalten, auf Fachsprache 😉 ).

Doch je älter die Kinder werden, desto schwieriger wird es und spätestens nach der 3. oder 4. Klasse fangen die Zweifel oft an und wird mit den Kindern darüber geredet, ob sie nicht doch besser in die Schule zurück sollten. Auch in Hinsicht auf die Aufnahmeprüfungen, die für viele Homeschooler Pflicht wären, falls das Kind später in die Sekundarschule oder ins Gymnasium möchte. Oder wenn Ängste aufkommen bezüglich den Berufsmöglichkeiten nach dem Homeschooling.

Es ist für Homeschool-Eltern sehr wichtig eine klare Vision unseres „Warums“ zu haben, denn nur dieses „Warum“ hilft uns, motiviert und entschlossen zu bleiben. Immer wieder müssen wir uns darüber besinnen, warum wir unsere Kinder zu Hause unterrichten. Wenn wir das nicht tun und vergessen, warum wir ursprünglich entschieden hatten, die Kinder zu Hause zu bilden, fehlt bald die Motivation und wünschen wir uns spätestens in der Oberstufe, dass die Teenager in die Volksschule gehen.

Unser „Warum“ bringt uns zurück zu dem, was wirklich wichtig ist — die echten, tiefen Gründe, warum wir uns zu diesem Lebensstil berufen fühlen. Wenn wir also unser „Warum“ wirklich kennen und immer wieder darüber nachdenken und wissen, was unsere Vision ist für die Bildung und den Erfolg unserer Kinder, dann können wir fokussiert und inspiriert unseren Weg gehen, ohne Wenn und Aber, ohne Zweifel und Ängste, ohne äusseren Einfluss.

Herausforderung: Nehmt euch fünf Minuten (oder länger) und denkt darüber nach, weshalb ihr homeschoolt und was eure Vision dafür ist. Dies wird euch helfen, den langen Atem zu haben und weiterzumachen, auch wenn eure Kinder zu Jugendlichen werden und das Homeschooling herausfordernder wird.

 

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