Ein Kind mit starkem Willen zu Hause bilden {Tag 19 :: stark}

starken willen

Heute ist Tag 19 der 31-tägigen Schreibherausforderung, in der ich 31 Tage lang zu einer Wortanregung über das Thema Homeschooling schreibe.

Heute möchte ich euch zum Thema „Stark“ ein paar Tipps geben zum Homeschooling mit einem Kind, das einen starken Willen hat.

starken willen

Manche Eltern haben Kinder, die sehr relaxed und einfach im Umgang sind. Andere haben Kinder, die dickköpfig sind und oft Widerstand leisten. Und dann gibt es Eltern, wie wir auch, die die Eltern von Kindern mit einem sehr starken Willen sind. Diese Kinder mögen es, die Grenzen immer wieder zu testen und zu durchbrechen.

Es ist nicht immer einfach, diese Kinder zu erziehen, doch diese Kinder zu Hause zu unterrichten ist dann noch einmal schwieriger. Doch es ist möglich. Zum Beispiel mit den folgenden Tipps:

  1. Etablier eine Routine.
    Es muss nicht ein strikter Stunden- oder Tagesplan sein, doch es hilft, wenn die Kinder genau wissen, was jeden Tag von ihnen erwartet wird. Schnüggu macht seine Schulaufgaben und Ämtli nicht immer gleich gern, aber er weiss, dass es darüber nicht viel zu argumentieren gibt. Wenn ich ihn aber mal spontan frage, etwas zu tun, dann bin ich meist sofort mit sehr viel Widerstand konfrontiert. Sei also konsequent in der Umsetzung eures Homeschool-Plans. Die meisten Kinder mit starkem Willen gehen nicht sehr gut mit zu viel Flexibilität und andauernde Veränderungen um.
  2. Gib ihm etwas Macht ab.
    Statt gegeneinander zu argumentieren, kannst du deinem Kind erklären, um was es geht und es fragen, wie es das Problem lösen würde. Wenn Schnüggu zum Beispiel mal Mühe hat das zu tun, was von ihm erwartet wird, dann könnte ich ihm Widerstand leisten und darauf bestehen. Doch das artet meistens aus. Stattdessen könnte ich ihn fragen, was er benötigt, um seine Aufgaben zu erledigen. Vielleicht können wir dann zusammen seinen Tagesplan umorganisieren, damit es ihm besser passt.
  3. Gebe manchmal nach.
    Wenn du deinem Kind erlaubst, mit Respekt ein anderes Vorhaben vorzuschlagen, hilft es ihm, sich verstanden und respektiert zu fühlen und muss es nicht gleich rebellieren. Vielleicht hat dein Kind das von dir ausgesuchte Lehrmittel einfach nicht gern. Wenn es dir klar sagen kann, weshalb das so ist, höre gut zu. Statt darauf zu bestehen, dass es dieses Lehrmittel weiterhin benützt, wäre allen vielleicht viel mehr geholfen, wenn du nachgibst und das Kind ein anderes Lehrmittel ausprobieren kann.
  4. Gib Komplimente.
    Wenn du ein bestimmtes positives Verhalten bemerkst, das du gerne öfter sehen würdest, dann gib deinem Kind ein Kompliment. Zum Beispiel: „Du hast so geduldig auf mich gewartet! Vielen Dank! Wie kann ich dir jetzt helfen?“ oder „Du hast diese Aufgabe sehr fleissig gemacht, und ohne Tränen! Ich bin stolz auf dich!“ oder „Vielen Dank, dass du so lieb gefragt hast. Das höre ich sehr gerne.“ oder „Du hast mir meinen Tag erleichtert, indem du deine Aufgaben ohne Murren und fleissig gemacht hast. Das schätze ich sehr, danke!“ Kinder neigen öfter dazu, sich Mühe zu geben, wenn sie wissen, dass die Erwachsenen bemerken, dass sie etwas gut tun.
  5. Schau, dass sie beschäftigt sind.
    Wenn sich Schnüggu langweilt, sucht er förmlich nach einer Konfrontation — meistens mit seiner Schwester. Natürlich muss ich nicht jede Minute seines Tages mit einer Aktivität füllen, doch es ist bei ihm wirklich oft so, dass er schneller anfängt uns anzustacheln, wenn er zu viel „leere“ Zeit hat. Wenn ich ihn dann mit einer Aktivität ablenke (ein Brettspiel, spazieren gehen oder Velo fahren oder zusammen kochen/backen), vermeide ich oft Streit und Konflikt, die auf Langeweile basiert sind, statt auf richtige Probleme.
  6. Gib ihnen die Wahl.
    Dies klappt bei Schnüggu fast wie eine Zauberformel. Es ist schwieriger für ihn, mit mir zu argumentieren, wenn er die Wahl getroffen hat. Wir haben zwar einen Stundenplan, doch praktisch jeden Morgen frage ich ihn, womit er anfangen möchte. Wenn er mit dem Fach anfangen kann, auf das er gerade Lust hat, dann klappt der Rest des Morgens meistens auch sehr gut.

Und zum Schluss noch dieser Punkt:
Denkt daran, die Charaktereigenschaften eines Kindes mit starkem Willen (schnell frustriert und/oder wütend, liebt es zu argumentieren und zu hinterfragen, testet gerne immer wieder die Grenzen, ignoriert Bitten und Erwartungen, die es nicht mag, macht nichts, wo es keinen Sinn dahinter sieht, gibt einen rechthaberischen, arroganten Eindruck, oft ungeduldig, findet alles „unfair“) sind Eigenschaften, die es als erwachsene Person sehr gut dienen können, wenn es in die richtige Leiterschaftsbahn gelenkt wird. Erwachsene mit einem starken Willen sind fähig, kritisch zu denken; mögen es nicht, passiv zu warten, bis sich etwas ändert; können für Gerechtigkeit kämpfen; finden effizientere Arbeitsabläufe heraus; gehen nicht mit der Masse, sondern tun das, was sie für richtig halten (von dem her würde es mich nicht erstaunen, wenn viele Homeschool-Eltern Kinder mit einem starken Willen produzieren! 😉 ); denken ausserhalb der Regeln und finden bessere Lösungen; können sich gegen den Gruppendruck durchsetzen und sind starke Leiter.

Diese Eigenschaften sind jetzt als Kind vielleicht wenig attraktiv und machen den Umgang mit diesem Kind sehr schwierig. Doch, wenn ihr es schafft, diese Eigenschaften gewissermassen zu akzeptieren und wie einen Diamenten zu schleifen, dann werden diese Kinder einmal geschätzte Spezialisten in Führungspositionen.

Herausforderung: Probiert morgen doch mal einen dieser Punkte aus und schaut, ob es im Umgang mit eurem Kind vielleicht hilft.

 

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