Dr. Cotter über die Mathephobie

Blog Post Nr. 7 von Dr. Cotter, der Gründerin von RightStart Mathematik:

Eine Mathephobie können wir definieren als eine gelernte Angst vor Zahlen oder vor allem, was mit Mathematik zu tun hat. Ihre Folgen resultieren in Gefühle der Spannung und Angst, wenn Zahlen oder Mathematiksymbole gesehen werden, welche wiederum schlechte Leistungen in Mathematik, insbesondere in Tests, verursachen. Leider haben in Amerika über 50 Prozent der Bevölkerung eine Mathephobie. Ich habe einmal eine Person kennen gelernt, die eine solch starke Mathephobie hatte, dass sie nicht einmal Sudoku Rätsel lösen wollte, weil diese Zahlen beinhalten. Egal, dass mit den Zahlen gar nie gerechnet werden musste; es werden zum Teil sogar Farben gebraucht um solche Rätsel zu lösen.

Die Mathephobie verursacht in SchülerInnen oft Schwierigkeiten wenn sie Rechnungen lösen oder während Tests. Ein Teil ihres Erinnerungsvermögens wird gebraucht, um zu versuchen, die Angstgefühle zu überwinden, statt dazu gebraucht zu werden, an den Rechnungen zu arbeiten.

In Amerika geben Menschen oft freiwillig zu, dass sie nicht gut in Mathematik sind, doch sie verstecken ihre Unfähigkeit zu lesen. In Europa und Asien verstecken Menschen oft ihre Rechen- und ihre Leseschwäche. Sie glauben, dass jede Person Mathematik lernen kann, mit guter Instruktion und fleissiger Arbeit.

Eine Mathephobie ist mit einer tieferen Leistung in Mathematik verbunden, welches oft die Berufswahl einer Person negativ einschränkt. Es gibt SchulabgängerInnen, die nicht daran denken, Pflegefachperson oder IngenieurIn zu werden, da sie es sich nicht vorstellen können, in den obligatorischen Mathematikfächern Erfolg zu haben. Sie wählen Karrieren, wo sie Mathematik aus dem Weg gehen können. Viel mehr StudentInnen lernen Biologie als Chemie oder Physik, da es weniger Mathematik verlangt.

Gemäss den Arbeitsstatistiken des amerikanischen Arbeitsdepartements, wird in der nahen Zukunft das Wachstum der Anzahl mathe-bezogener Arbeitsstellen das allgemeine, nationale Arbeitsstellenwachstum bei weitem überholen.

Viele Ursachen der Mathephobie sind die Konsequenzen von Mythen über die Mathematik. Wie zum Beispiel die folgenden:

  • Mythos: Nur manche Menschen haben ein „Mathegen“, welches in etwa vererbbar ist.
    Fakt: Unsere Gehirne haben einen Bereich, der speziell für die Mathematik ist. Eine wahre Rechenschwäche ist sehr selten und beeinträchtigt nur die Arithmetik und nicht die anderen 199 oder so andere Bereiche der Mathematik.
  • Mythos: Jungen sind von Natur aus besser in Mathematik.
    Fakt: Mädchen kriegen oft bessere Noten in Mathematik. Sogar der kleine Vorteil, den Jungen mit ihrer Raumvorstellung haben, wird gelöscht, wenn Mädchen Ballsportarten spielen oder Skifahren.
  • Mythos: Im echten Leben braucht es kaum Mathematik.
    Fakt: Um unsere natürliche Welt vom Atom bis zum Kosmos zu verstehen, braucht es Mathematik. Wirtschaftliche, finanzielle und medizinische Entscheidungen brauchen alle fortgeschrittene Mathematik. Es ist ein wichtiger Teil unseres neuen Wissens.
  • Mythos: Ein gutes Erinnerungsvermögen ist unglaublich wichtig für die Mathematik.
    Fakt: Einstein sagte, wir sollten uns nicht damit bemühen, etwas auswendig zu lernen, was man auch schnell nachschauen kann. Jo Boaler, eine Mathematikprofessorin, sagte, „Ich habe die Mathematikfakten nie auswendig gelernt, doch ich kann sie alle schnell aufsagen, da ich ein gutes Zahlenverständnis habe und gute Wege gefunden habe, in Zahlenkombinationen zu denken.“
  • Mythos: Mathematiker lösen Rechnungen schnell; sie müssen nicht lange nachdenken.
    Fakt: Mathematiker sehen die Mathematik mehr wie ein Puzzle, welches Zeit braucht, um zu lösen.
  • Mythos: Eine Person, die gut ist in der Mathematik, macht fast nie einen Fehler.
    Fakt: Mathematiker nehmen oft Risiken, die sich dann als falsch herausstellen, doch sie lassen nicht locker, bis sie es richtig haben. Mädchen müssen eventuell dazu ermutigt werden, Risiken zu nehmen und ihrer Intuition zu vertrauen.
  • Mythos: Mathematik zu lernen ist harte Arbeit — etwas, das man so schnell wie möglich aus dem Weg haben möchte.
    Fakt: Mathematik ist ein Geschenk des Schöpfers und ist dazu da, um zu geniessen.

Eine andere bedeutende Quelle der Mathephobie kommt von der Art, wie die Mathematik unterrichtet wird. Manche Problembereiche sind die folgenden:

  • Problem: Darauf beharren, dass alle Kinder die Zahlwörter bis 100 auswendig lernen, ehe irgendwelche Mathematik damit gemacht wird. Etwa 20% der Kinder haben damit Mühe und fallen bereits dann schon in ihrer Klasse zurück.
    Lösung: Bringt den Kindern die Namen bis 10 bei und bringt ihnen danach die transparenten Zahlenwörter vor den traditionellen Namen bei, wie z.B. 3-Zehner 7 für 37.
  • Problem: Die Fähigkeit der Kinder zu visualisieren, wird ignoriert.
    Lösung: Verwendet entsprechende Mathematikmaterialien, um Mengen in Fünfer- und Zehnergruppen zu gruppieren.
  • Problem: Es werden Rechenkarten und Blitztests gebraucht.
    Lösung: Bringt den Kindern die Zehner-basierten Strategien bei, die visualisierbar sind, um die Rechenfakten zu lernen. Braucht Spiele, die Kinder gerne machen, um zu üben.
  • Problem: Mathematik wird so unterrichtet, als ob es einfach eine ganze Gruppe von Regeln ist, ohne irgendwelche Regelmässigkeiten oder plausible Gründe; solches Lernen macht fortgeschrittene Mathematik viel schwieriger und ihre Anwendungen rätselhaft.
    Lösung: Unterweist in Hinsicht auf das Verständnis, indem ihr Fragen stellt, die vom Kind verlangen, dass es nachdenkt.
  • Problem: Hausaufgaben geben, die das Kind alleine nicht lösen kann. Oft hilft dann eine Person, die sich mit der Materie nicht auskennt und es anders macht, was das Kind verwirrt.
    Lösung:  Ausser bestimmte Mathematikspiele sollten Hausaufgaben immer in der Klasse gemacht werden. 

In anderen Worten, die Mathematik ist ein riesiger Bereich des Wissens, welcher die meisten menschlichen Aktivitäten beinhaltet und in einer sorgsamen, durchdachten Art unterrichtet werden muss, um die Kinder zu befähigen, mehr lernen zu wollen. Wir müssen extrem aufpassen, dass wir unsere negativen Gedanken nicht auf die Kinder abfärben.

Das RightStart Mathematik Lehrmittel wurde geschrieben, um dem Kind eine Freude zu machen. Es hilft Kindern, Mathematik zu verstehen, anzuwenden und zu geniessen.

Hier ist der Originalartikel auf Englisch.

 

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