Dr. Cotter: Wie Grosseltern mit Mathe helfen können

Blog Post Nr. 12 von Dr. Cotter, der Gründerin von RightStart Mathematik:

Grosseltern, andere Verwandte oder Freunde können einem Kind am Besten mit Mathematik helfen, indem sie die Mathematik wertschätzen und eine positive Einstellung dazu zeigen. Leider leiden ungefähr 50% aller Amerikaner und Amerikanerinnen unter einer starken Abneigung gegen Mathematik. Leider wird eine Mathephobie zu einer starken Behinderung, die verhindert, dass das Kind von einer guten Mathematikbildung lernen und profitieren kann. Mit einem Kind die Mathematik zu geniessen, zum Beispiel durch das Spielen von Mathematikspielen, ist viel produktiver als sinnlos Rechenkarten durchzublättern oder zu versuchen, irgendeine unklare Rechnung auf einem Arbeitsblatt zu entschlüsseln.

Was wir neben unserer positiven Einstellung gegenüber Mathematik noch tun können, um dem Kind zu helfen ist, es zu ermutigen. Wenn wir das Kind mit einer Matherechnung helfen, ist es,  als ob wir zusammen an einem Puzzle arbeiten. Sie zeigen dem Kind nicht, wo jedes Teil hin gehört und Sie wissen, dass Fehler unvermeidbar sind. Doch wir ermutigen Durchhaltevermögen, auch indem wir immer wieder Fragen stellen. Und wir bieten nicht für jedes korrekte Teil eine Belohnung an. Die interne Motivation ist viel stärker als die externe Motivation.

Es ist auch hilfreich daran zu denken, dass bestimmte Mathemythen an die nächste Generation weitergegeben werden und sie verletzen. Ein solcher Mythos ist, dass man ein besonderes Mathegehirn braucht, um in Mathematik gut zu sein. Schwachsinn. Jeder mit einem menschlichen Gehirn kann Mathematik lernen. Die restliche Welt glaubt korrekterweise, dass gute Unterweisung und etwas Fleissarbeit alles ist, was es braucht, um Mathematik zu meistern.

Ein anderer Mythos ist es, dass Jungen natürlicherweise besser in Mathematik sind als Mädchen. Der einzige Fall, wo dies vielleicht wahr sein könnte, ist in den räumlichen Beziehungen; Forscher vermuten, dass dem so ist, weil Jungen oft mehr visuell orientiert spielen als Mädchen.

Ein Mythos ist besonders schädlich: dass Kinder die Fakten augenblicklich aufsagen müssen. Dies war in der Vergangenheit wichtig, als die Menschen alles rechnen mussten. Heute machen elektronische Rechner und Computer die schwierige Arbeit. Tragischerweise zeigen Millionen von Menschen auf diese Besessenheit mit Rechenkarten und Blitztests als die Ursache ihres Mathetraumas. Tatsächlich ist die einzige Person, die Rechenkarten mag, die Person, die sie nicht braucht.

Ein anderer Mythos, dem wir alle gerne glauben, ist, dass die Mathematik, die wir noch in der Schule gelernt haben, für die heutigen SchülerInnen ausreichend und nötig ist. Tatsache ist aber, dass das Feld der Mathematik, wie auch das der Wissenschaft, exponentiell am Wachsen ist. Die totale Menge der bekannten Mathematik verdoppelt sich alle sieben Jahre. Ein Beispiel sind die Fraktalen, welche bis zu den 70er Jahren kein Bereich der Mathematik waren, doch jetzt sind sie die Basis von bestimmtem Computer Modellieren, wie zum Beispiel in Filmen wie Jurassic Park.

Auf der unnötigen Liste befinden sich heute die Wurzeln ziehen (welche ich in der 9. Klasse lernte) und Division durch mehr als eine Ziffer. Diese brauchen eine übermässige Menge an Zeit um zu lernen, steuern einem tiefen Verständnis nichts bei und werden für fortgeschrittene Mathematik nicht gebraucht. Man kann dies viel besser mit einem Taschenrechner machen.

Auch wenn dies komisch erscheinen mag, Zählen ist nicht die Basis der Arithmetik. Wir verbringen mehrere Jahre damit, unsere Kinder zu guten Zählern zu machen und dann sagen wir ihnen, dass sie damit aufhören sollen, da es eine schlechte Angewohnheit ist. Stattdessen, sollten wir ihnen die Namen der Mengen beibringen, dass drei 3 ist, nicht 1,2,3. Sogar kleine Babies sehen den Unterschied zwischen zwei und drei Teddybären. Wir erkennen eine Anzahl Objekte bis zu fünf augenblicklich ohne zu zählen. Dann, um sechs bis zehn Objekte ohne zu zählen zu erkennen, gruppieren wir sie in eine Fünfergruppe und 1 bis 5 dazu.

Damit fortgeschrittene Mathematik Sinn macht, brauchen die SchülerInnen ein tiefes Verständnis von Konzepten. Dieses fundamentale Wissen heisst „ein Sinn für Zahlen“, welches im Stellenwert fundiert ist. Ein Sinn für Zahlen erlaubt es uns, flexibel mit Zahlen zu arbeiten. Wenn Ihr Schüler bzw. Ihre Schülerin „zehn-7“ für siebzehn sagt, wie das RightStart Mathematik für eine kurze Zeit unterrichtet, korrigieren Sie ihn bzw. sie nicht. Wenn er/sie zehn-7 sagt, erinnert er/sie sich daran, dass 17 eine 10 und 7 Einer sind, nicht bloss 17 Einer.

Und wenn es darum geht, die Fakten zu lernen, wird auch diese Aufgabe viel einfacher mit einem guten Sinn für Zahlen. Es ist viel einfacher, sich an etwas Sinnvolles zu erinnern, als an einem isolierten Fakt. Zum Beispiel, um 9 + 4 zu finden, statt bei 9 zu beginnen und dann 4 dazu zu zählen, um 13 zu erreichen, ist es eine bessere Strategie, 1 von 4 zu nehmen, um die 9 zu einer 10 zu verändern. Dann wird aus 9 + 4 die folgende Rechnung: 10 + 3 = 13. Denken Sie daran, ein Kind kann die Fakten, wenn es innerhalb von 2 bis 3 Sekunden antworten kann; es ist in Ordnung einige Zeit darüber nachzudenken.

Ein Sinn für Zahlen hilft auch mit dem Einmaleins. Die Rechnung 8 x 3 kann auch als zweimal 4 x 3 gesehen werden und das ist auch zweimal 12, was 24 ist. Oder 9 x 7 kann auch als 10 x 7 – 7 gesehen werden, was 70 – 7 = 63.

Öfter und öfter hören wir heutzutage, dass die Menschen eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben. Was jedoch noch viel kritischer für Kinder ist, ist ihre Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Konzentration geschieht, wenn wir total absorbiert sind in dem, was wir tun und uns von nichts anderem bewusst sind. Sich zu konzentrieren während des Lesens bedeutet, sich von der Handlung des Lesens nicht bewusst zu sein. Nachdem wir uns konzentriert haben, fühlen wir uns erfrischt und genügsam. Leider behindern Fernsehen und Bildschirmzeiten oft die Entwicklung der Konzentration in Kindern, wegen der Werbeunterbrechungen und häufigen Änderungen der Themen. Die Konzentration ist wie der Schlaf, indem dass wir sie nicht direkt verursachen können. Sowohl für die Konzentration als auch für den Schlaf können wir nur helfen, indem wir günstige Bedingungen kreieren und das Kind vor Unterbrechungen schützen. Dies bedeutet auch, dass wir die Uhr ignorieren und eine Aktivität nicht beenden sollen, wenn ein Kind sich gerade wirklich gut konzentriert. Die Konzentrationsspanne wächst durch Übung, gleichermassen, wie ein Baby lernt, durch die Nacht zu schlafen.

Aufmerksamkeit hingegen hat damit zu tun, seine Gedanken zu zwingen, bei einem bestimmten Thema zu bleiben, das aber zurzeit wenig interessant ist. Das ist sehr erschöpfend. Für Kinder ist die Regel, dass sie 1 Minute pro Alter in Jahren aufmerksam sein können, d.h. ein 5-Jähriger kann nur 5 Minuten wirklich aufmerksam sein. Richtiges Lernen und Verstehen findet während der Konzentration statt.

Schliesslich ist der beste Weg, Kinder zu helfen, Mathematik zu lernen, dass es Spass macht. Ermutigen Sie das Kind auch durch kleine Frustrationen hindurch zu gehen und ihren Sinn für Zahlen zu benützen, ihren gesunden mathematischen Verstand. Und zeigen Sie ihnen die vielen verschiedenen Arten, wie Mathematik in unserer Welt gebraucht wird. Sie ist überall um uns herum.

Hier ist der Originalartikel in Englisch.

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